Karnivoren Carnivoren Insektivoren - Fleisch fressende Pflanzen.
Carnivorennamen und ihre Aussprache
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"Kennt man den Namen nicht, so ist die Kenntnis der Dinge wertlos." Dieser Ausspruch stammt von dem im 16. Jahrhundert lebenden Erzbischof Isidor von Sevilla, der das Gesamtwissen seiner Zeit in einer Enzyklopädie niederschrieb.

Carl von LinnéEs war dann der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707-1778), der diese Erkenntnis zum Leitgedanken seiner Lebensarbeit machte. Ihm verdanken wir die große Bestandsaufnahme aller Lebewesen, die zu seiner Zeit auf der Erde bekannt waren. Diese Bestandsaufnahme zwang zu einer bestimmten Form der Benennung jedes Einzellebewesens, um es unverwechselbar zu machen. Linnés große Tat war die Schaffung der "Binären Nomenklatur", also der Namen, die nur aus zwei Wörtern, nämlich dem Gattungs- und dem Artnamen bestehen.
.Buch über die binäre Nomenklatur

Die wissenschaftlichen Namen der Pflanzen haben nur einen Sinn: Sie sollen Namen sein, die es überall und jederzeit ermöglichen, eine Pflanze so eindeutig zu bezeichnen, dass eine Verwechslung unmöglich ist. Sie brauchen keine Aussage über Merkmale oder Vorkommen zu machen, sondern sind lediglich Hilfsmittel zur Verständigung. Vier Forderungen sind an wissenschaftliche Namen zu stellen. Sie müssen verständlich, einmalig, einheitlich und beständig sein. Um diese Forderungen zu verwirklichen, haben seit 1905 stattfindende internationale Botanikerkongresse bestimmte Regeln aufgestellt. Die Ergebnisse der Verhandlungen wurden erstmals in dem 1961 erschienenen Buch "Internationaler Code der botanischen Nomenklatur" (ICBN) veröffentlicht. Der Inhalt gliedert sich in sechs Grundsätze, die Regeln in 75 Artikel und eine große Anzahl von Empfehlungen.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass Gattungs- und Artname allein oftmals nicht ausreichend sind. Einige Arten, insbesondere die neuerer Entstehungsgeschichte, zeigen sich sehr flexibel. Die unterschiedlichen Merkmale reichen aber nicht aus, um neue Arten zu beschreiben, sollen aber doch erkennbar sein. Hierzu wurden die neuen Zusatzbezeichnungen Unterart (ssp.), Variante (var.) und Form (f.) geschaffen. Beispiel: Drosera binata var. multifida. Eine Unterart unterscheidet sich durch eine Reihe von Merkmalen deutlich von der ursprünglich beschriebenen Art. Eine Variante hat einige wenige unterschiedliche Merkmale aufzuweisen und eine Form unterscheidet sich oftmals nur in einem Detail, wie etwa einer anderen Blütenfarbe.

Alle wissenschaftlichen Pflanzennamen sollen so behandelt werden, als ob sie lateinische Worte wären, ganz gleich, welcher Sprache sie tatsächlich entstammen. Wenn nun auch über die Schreibweise der Namen mittlerweile eine internationale Einigung erzielt ist, so dürfte dies für die Aussprache kaum zu erreichen sein. Jedenfalls setzen sich die englischsprachigen Länder großzügig darüber hinweg, die lateinischen Namen so auszusprechen, wie es vermutlich früher die Römer taten, sondern sprechen sie so aus, als wären es Wörter ihrer Sprache. Auch die Franzosen sprechen z.B. das "u" wie "ü" aus.
Trotzdem sollten wir uns bemühen, die Namen so einwandfrei auszusprechen wie möglich und denkbar. Dazu gehört die richtige Aussprache bestimmter Buchstaben und die richtige Betonung. Sicher ist hier nicht der geeignete Platz, die lateinische Sprache zu vermitteln, einige kleine Hilfen können aber doch gegeben werden:
Den Römern fehlte in ihrem Alphabet das "k" und das "z", sie hatten nur das "c". Dennoch sprachen sie sicher das "c" in manchen Wörtern wie "k", in anderen wie "z". Hierzu muss man wissen, dass es in der romanischen Sprache harte und weiche Selbstlaute (Vokale) gibt. Hart sind "a", "o", "u" und "au", weich sind "ae" (ä), "e", "i" und "y". Die einfache Regel lautet nun, dass ein "c" vor harten Vokalen wie "k", vor weichen Vokalen dagegen wie "z" gesprochen wird. Weiterhin muss man wissen, dass "cc" stets wie "kz" ausgesprochen wird. Mitlaute (Konsonanten) gelten immer als hart, das "c" vor ihnen wird also stets wie "k" gesprochen. Das "ch" wird nach der gleichen Regel behandelt. Vor harten Selbstlauten und den Mitlauten klingt es wie "k", vor weichen Selbstlauten wie unser "ch".
Beispiele: acuminata = akuminata, capensis = kapensis, cistiflora = zistiflora, occidentalis = okzidentalis.
Das "v" klingt stets wie ein "w", ein "sch" sprechen wir wie im Deutschen. Das selbstlautartige "y" wird am Anfang eines Wortes wie "j", innerhalb eines Wortes wie "ü" gesprochen. Steht das "y" jedoch zwischen zwei Selbstlauten wird es wieder wie "j" gesprochen. Das "i" wird immer wie "i" gesprochen, also auch vor Selbstlauten.
Beispiele: cayennensis = kajennensis, hydrocarpa = hüdrokarpa, indica = indika, macrophylla = makrofülla, schizandra = schizandra, scorpioides = skorpioides, villosa = willosa.
Zusammentreffende Selbstlaute spricht man zumeist wie Umlaute in der deutschen Sprache aus, sofern sie nicht verschiedenen Silben angehören, wie etwa den Endungen -eus, -ea, -ium, -ides, -ensis usw., wo sie selbstverständlich getrennt gesprochen werden müssen. Doppelselbstlaute und Selbstlautzusammentreffen, wie etwa ao, ea, io, ou, ya usw., die auch im Deutschen keinen Umlaut ergeben, werden ebenfalls getrennt gesprochen.
Beispiele:
cendeensis = zende-ensis, guianensis = gu-i-an-ensis, huegelii = hügeli-i, ionantha = i-o-nant-ha.

Abschließend einige Worte zur Betonung. Sprechen wir Wörter unserer eigenen Sprache, wissen wir aus Erfahrung, auf welcher Silbe der Ton liegt. Aber die Regeln, nach denen sich die Betonung richtet, kennen - seien wir ehrlich - nicht allzu viele von uns. Ist es da zu verlangen, dass Pflanzenliebhaber und auch Gärtner, von denen nur ein kleiner Teil alte Sprachen in der Schule gelernt hat, sich die gar nicht so einfachen Betonungsregeln der lateinischen Sprache aneignen? Natürlich sollten wir uns bemühen und bestrebt sein, die Namen richtig zu betonen. Wer aber über keine Kenntnisse des Lateinischen verfügt, kann die richtige Aussprache nur durch langfristiges Zuhören und aus Beispielen lernen. Pauschal kann hier nur vermittelt werden, dass die Betonung entweder auf der vorletzten oder drittletzten Silbe liegt. Die vorletzte Silbe wird betont, wenn sie von Natur aus lang gedehnt ist oder wenn auf ihren Selbstlaut zwei Mitlaute folgen, deren zweiter aber weder ein "r" noch ein "l" sein darf. Ist dagegen die vorletzte Silbe kurz, wird die drittletzte Silbe betont. Da es sich aber für eine gute Regel gehört, Ausnahmen zu haben, sind die eben genannten Betonungsregeln gleich mit einer ganzen Reihe von Ausnahmen garniert, so dass es tatsächlich das Beste ist, sich Name für Name durch zuhören einzuprägen.
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