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Allgemein:
Carnivoren
Samen sollten immer möglichst frisch sein, da sie in der Regel nur wenige
Monate ausreichend keimfähig bleiben. Befriedigende Ergebnisse sind insbesondere
bei Nepenthes Samen nach Ablauf von mehr als sechs Monaten auch bei Lagerung im
Kühlschrank nicht mehr zu erwarten. Eine Ausnahme bildet hier Drosophyllum,
dessen Samen auch noch nach mehreren Jahren keimen.Für die Aussaat benötigt man flache Schalen. Als Substrat hat sich ein sehr feiner Torf mit einer Beimischung
von etwa 20% Quarzsand für alle Arten gut bewährt. Das Substrat wird locker bis
in Höhe von etwa 2 cm unterhalb des Gefäßrandes in die Aussaatgefäße gefüllt und
danach leicht angedrückt. Hierdurch sollte eine möglichst glatte Oberfläche entstehen. Vor der Aussaat
muss das Substrat auf jeden Fall gut durchfeuchtet werden. Die Samen werden von
einem kleinen Bogen Papier aus durch leichte Schüttelbewegungen auf der
Substratoberfläche verteilt. Sie werden dann weder angedrückt noch mit Erde
bedeckt. Eine Ausnahme bilden die Samen von Drosophyllum und Roridula. Als
Dunkelkeimer können sie auch mit einer Pinzette einzeln etwa 3 mm tief in das
Substrat gesteckt werden. Nach erfolgter Aussaat werden die Gefäße mit einer
Glasscheibe oder einer Kunststoffhaube abgedeckt. Stehen die Gefäße in einem Glasbecken oder Gewächshaus
mit hoher Luftfeuchtigkeit, kann darauf verzichtet werden. Wichtig ist, dass das
Saatgut nicht austrocknet. Gewässert wird grundsätzlich von unten. Das Substrat
darf immer nur mäßig feucht sein, keinesfalls dauerhaft triefend nass. Sollte
dennoch nach einiger
Zeit Schimmel auftreten, ist dieser sofort mit einem handelsüblichen Mittel zu
bekämpfen. Allgemein eignet sich ein heller bis sonniger Standort mit
Temperaturen zwischen 20° und 25°C. Aussaaten von Nepenthes und Bromelien
sollten etwas wärmer stehen.
In der Regel muss man etwa 30-90 Tage Geduld bis
zur Keimung aufbringen. Einige Arten wie z.B. Byblis können aber auch,
vorausgesetzt die Samen sind frisch geerntet, schon nach zwei
Wochen keimen. Im Gegensatz dazu keimen Samen von Heliamphora manchmal erst nach
neun Monaten und Samen von einigen winterharten Pinguicula Arten sogar erst nach
über einem Jahr.
Einige Sämlinge wachsen extrem langsam. Dies ist insbesondere bei der Gattung
Heliamphora oder auch bei Cephalotus der Fall. Eine Aussaat lohnt sich hier
eigentlich nur, wenn man eine besondere Freude daran hat, die Pflanzen über eine
lange Zeit beim Wachsen zu beobachten.
Spezielle Tipps:
Samen von Darlingtonia, Cephalotus und Ibicella sollten vor der Aussaat etwa 2-3
Tage in einer Schale oder einem Glas mit Wasser gründlich durchfeuchtet werden.
Sollten die Samen von Ibicella schon etwas älter sein, ist es ratsam die
Schmalseiten zuvor mit einem sehr feinen Schmirgelpapier anzuschleifen.
Bei der Aussaat von winterharten Arten (Darlingtonia,
Drosera, Pinguicula und Sarracenia) hat es sich bewährt, die Samen vorher etwa
4-6 Wochen in den Kühlschrank (Butter- oder Gemüsefach) zu legen. Auch Roridula
Samen keimen besser, wenn man sie vor der Aussaat drei Tage in den Kühlschrank
legt. Auf die oft beschriebene Feuerkeimung oder das Übergießen mit heißem
Wasser kann dann verzichtet werden.
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