Carnivorenarznei

An dieser Stelle wollten wir Ihnen eine vollständige Liste bzw. Datenbank mit Arzneimitteln, deren Wirkstoffe aus Carnivoren gewonnen werden, zur Verfügung stellen. Wegen rechtlicher Bedenken sehen wir uns jedoch leider gezwungen, hierauf zu verzichten. Aus dem gleichen Grund gehen wir im nachfolgenden Text auch nur allgemein auf die Thematik ein.

Bei Fragen zu Herstellern, Anbietern und Preisen fragen Sie bitte Ihren Apotheker.

Allein in Deutschland sind etwa 200 Arzneimittel aus Carnivoren zugelassen. Ein Großteil findet in der Homöopathie Anwendung. Folgende Darreichungsformen sind uns bekannt: Saft, Tropfen, Tonikum, Elixier, Globoli, Dilution, Ampullen, Flüssigkeit, Lösung, Liquidum, Flasche, Tabletten, Dragees, Salbe, Beutel und Bad.

.

Drosera

Sonnentau (“herba sole” und “lunaria major”) wurde erstmals im 12. Jahrhundert von Mönchen als Heilpflanze eingesetzt, um Reizhusten zu lindern.

Die heute am häufigsten bei Arzneimitteln verwendete Carnivore ist der Sonnentau und hier im Besonderen die Art Drosera rotundifolia. Dies nicht etwa, weil es hiervon so viele Pflanzen gibt oder nur diese eine Sonnentau-Art die entsprechenden Wirkstoffe enthält, sondern weil es (ur)alte Vorschriften gibt, die man gerade in Deutschland sehr schwer oder nur mit einem enormen Geld- und Zeitaufwand ändern kann. Die meisten Arzneimittelfirmen und Apotheker halten noch an diesen veralteten Vorschriften fest. Das heißt, Drosera rotundifolia wird zur Blütezeit gepflückt (dies ist in Europa zeitweise noch in Italien und Skandinavien erlaubt, in allen anderen Ländern ist die Art inzwischen geschützt!). Etwa 80-90% der Pflanzen sollen in Blüte sein. Die ganzen Pflanzen einschließlich Wurzeln werden verarbeitet. Die u.a. antibakteriell wirkenden Stoffe können sowohl aus frischem als auch getrocknetem Material gewonnen werden.

Einige Arzneimittelfirmen und Apotheker lassen es jedoch inzwischen offiziell zu, dass in kleineren Anteilen Drosera intermedia und auch Drosera anglica enthalten sind. Diese Beimengung war aber wahrscheinlich ohnehin von jeher vorhanden, da man kaum annehmen kann, dass die Pflücker (zumeist Schüler, die ihr Taschengeld aufbessern wollen) die oft nebeneinander wachsenden Arten unterscheiden können. Unsere Proben bei Großhändlern haben so u.a. auch ergeben, dass es sich bei dem angebotenen getrockneten Drogenmaterial in einigen Fällen hauptsächlich um Drosera intermedia mit nur einem ganz geringem Anteil von Drosera rotundifolia handelt. Zudem wird auch getrocknetes Material unter der globalen Bezeichnung “Drosera” angeboten. Hierbei handelt es sich nach unseren Untersuchungen um die Arten Drosera madagascariensis und Drosera ramentacea. Auch dieses Material findet natürlich seine Abnehmer, da es preislich deutlich günstiger ist (Pflücker auf Madagaskar sind schon mit Centbeträgen zufrieden!).

Da die meisten Arzneimittelfirmen aber nach wie vor Drosera rotundifolia verarbeiten, der natürliche Pflanzenvorrat jedoch langsam knapp wird und zudem im Rahmen der EU mit einer generellen Unterschutzstellung zu rechnen ist, hat sich plantarara als erste Gärtnerei seit 1998 entschlossen, die Art in größeren Mengen speziell für den Arzneimittelbereich zu kultivieren. Die Anforderungen sind allerdings hoch. Die Pflanzen müssen auf natürlichem Weg aus Samen vermehrt und auf reinem Torf herangezogen werden, invitro-Kultur ist nicht erlaubt. Düngung und jegliche Art von chemischer Behandlung sind verboten, was bei den Lieferungen auch in Stichproben durch Laboruntersuchungen überprüft wird. Ob sich hieraus ein neuer Markt entwickelt, wird die Zukunft zeigen.

Außer in der Homöopathie / Anthroposophie wird Drosera hauptsächlich bei Atemwegserkrankungen (z.B. Husten, Asthma) und grippalen Infekten eingesetzt, findet u.a. aber auch bei Herzbeschwerden Verwendung. In neuerer Zeit wird Drosera rotundifolia auch in Kosmetika und in dem bisher nur von plantarara hergestellten und angebotenen Tee und Likör verarbeitet.

Der Sonnentau – Tee ist eine spezielle Mixtur aus verschiedenen Heil- und Adjuvanskräutern. Die Zutaten sind: Sonnentau (min. 50%), Melisse, Pfefferminz, Island Moos, Rosmarin, Sonnenblume und Kornblume. Für den Tee wird nur schonend getrocknetes Material verwendet. Der Sonnentau (hauptsächlich Drosera rotundifolia und Drosera madagascariensis) wird bei plantarara geerntet, die anderen Kräuter werden zugekauft und stammen zumeist aus biologischem Anbau.

Wirkung von Sonnentaukraut:

Gegen Affektionen der Atmungsorgane, insbesondere bei Bronchitis, Keuchhusten und allgemein bei Krampf- und Reizhusten. Hemmt Bakterienwachstum.

Wirkung der beigemengten Kräuter nach Prof. Dr. Heinz Schilcher:

Melisse: Beruhigend, krampflösend, antibakteriell.

Pfefferminz: Krampflösend, keimhemmend, erfrischend.

Island Moos: Reizmildernd bei Schleimhauterkrankungen, Stärkung der Atemwege, anregend, Appetit fördernd.

Rosmarin: Stimuliert Appetit durch Magensaftproduktion, kreislaufanregend bei allgemeiner Erschöpfung.

.

Die speziell abgestimmte und erprobte Mischung entspannt, beruhigt und belebt zugleich. Eine Tee herstellende Gärtnerei darf nicht von Heilwirkungen sprechen (dies dürfen in Deutschland nur Ärzte und Apotheker!), auch wenn die entsprechenden Wirkstoffe enthalten sind. Daher wird der Tee als Genussmittel angeboten. Aber auch ohne eine zugesagte Heilwirkung ist dieser Tee mit Sicherheit nach einem stressreichem Arbeitstag, bei nasskaltem Wetter und ersten Erkältungserscheinungen eine Wohltat. Stammkunden, die täglich eine Tasse des Tees trinken, haben berichtet, dass sie seit dem regelmäßigen Genuss des Tees keine einzige Erkältung mehr bekommen haben.

Getrocknetes und fein geschnittenes Sonnentau-Kraut wird auch pur für eigene Mischungen angeboten.

Kräuter sind bei trockener Lagerung übrigens mindestens 2 Jahre haltbar.

Der Sonnentau Likör wird nach einer alten Rezeptur aus dem 14. Jahrhundert hergestellt und zur geschmacklichen Verbesserung verfeinert. Er enthält 35% vol. Alkohol und wird mit versiegeltem Korkverschluss angeboten.

Er wird aus frischen, sorgfältig per Hand gepflückten und gesäuberten Drosera-Arten hergestellt. Dies sind in der Hauptsache die Arten capensis, rotundifolia und spatulata. Bei den verwendeten Pflanzen wird auch ohne eine entsprechende Vorschrift auf Düngung und jegliche Art von chemischer Behandlung verzichtet.

Nach monatelanger Reife in Glasballons (Alkoholauszug) wird mehrfach gefiltert, Zuckerlösung hinzugefügt und verfeinert (Betriebsgeheimnis).

Da alle erforderlichen Arbeiten per Hand erfolgen, ist der Likör nicht ganz billig. Dafür ist die Wirkung aus frisch verarbeiteten Pflanzen aber auch um ein Vielfaches höher, als aus Trockenmaterial.

Wenn der Likör kühl und dunkel gelagert wird, ist er viele Jahre haltbar.

.

Anmerkung: Drosera wird nicht nur im Arzneimittelbereich eingesetzt, sondern findet auch Verwendung, um Textilien auf natürlichem Weg einzufärben. Hierzu werden hauptsächlich die Zwiebeln bzw. Knollen der südwestaustralischen Arten benutzt.

.

Nepenthes

Schon Anfang des vorigen Jahrhunderts ist durch Forschungsreisende über Eingeborene berichtet worden, die ihren Reis in großen Nepenthes-Kannen kochen und damit die gesamte Mahlzeit insgesamt verdaulicher machen.

Heute wird insbesondere die Art Nepenthes distillatoria in der Homöopathie angewendet, um u.a. Verdauungsprobleme zu beheben und Regelbeschwerden bei Frauen zu lindern. Aber auch leichte Depressionen sollen sich begleichen lassen.

Sicher gilt hier ähnliches wie bei Drosera – die entsprechenden Wirkstoffe werden auch in den anderen Arten enthalten sein, wahrscheinlich aber zumindest in der nah verwandten Art Nepenthes khasiana. Nähere Untersuchungen werden wohl bald Auskunft hierüber geben.

.

Dionaea

Vor über 10 Jahren wurde begonnen, aus Dionaea muscipula ein Mittel gegen den Krebs zu gewinnen. Nach einigen Rückschlägen ist das Mittel inzwischen erfolgreich in den USA auf dem Markt und dort frei verkäuflich, in Deutschland ist es noch nicht zugelassen.

Die folgenden Abbildungen von Krebszellen machen die Wirkung des Mittels mehr als deutlich:

Ausgangssituationnormales Zellwachstum

nach 7 Stundennormales Zellwachstum

nach 24 StundenAusgangssituationnach 7 Stunden unter

Einwirkung von Dionaeanach 24 Stunden unter

Einwirkung von Dionaea

Im Anfangsstadium einer Krebserkrankung können die kranken Zellen in den meisten Fällen gänzlich vernichtet werden, bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann das Wachstum der kranken Zellen zumindest gestoppt werden.

Da das Mittel zur Zeit in Deutschland noch schwer zu beschaffen und zudem relativ teuer ist, möchten wir hier eine Möglichkeit aufzeigen, die in etwas abgewandelter Form auch von einigen Apotheken und einer kleinen Klinik in der Nähe Hannovers angewendet wird:

“Täglich abends eine große Dionaea (ganze Pflanze mit Wurzel) säubern und fein zerhacken, die Teile mit dem ausgetretenen Saft in ein Weinglas geben und mit Weißwein aufgießen, über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen komplett austrinken.”

Diese Methode ist natürlich nicht so effektiv, wie das konzentrierte Originalmittel. Patienten haben uns aber mitgeteilt, das das Wachstum der Krebszellen auf diese Weise zumindest zum Stillstand gebracht wurde. Wir müssen an dieser Stelle ausdrücklich davor warnen, derartige Schritte ohne Aufsicht eines Arztes zu unternehmen. Dionaea enthält auch negativ wirkende Stoffe, Nebenwirkungen sind also nicht ausgeschlossen! Zudem sollte man sich, wenn überhaupt, zu diesem Zweck nur Pflanzen aus Gärtnereien besorgen, die garantieren können, dass die Pflanzen nicht mit Pflanzenschutzmitteln, Hormonen o.ä. behandelt wurden.

.

Pinguicula

Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Fettkräuter Pinguicula alpina und Pinguicula vulgaris (zitroch chrawt / schmalz chrawt) in der Tiermedizin und bei der Lebensmittelherstellung (Milchprodukte) verwendet. Ob dies heute noch der Fall ist, ist uns nicht bekannt. Zumindest in den Industriestaaten dürfte dies sehr unwahrscheinlich sein.